Coursera – mein neues Fernsehprogramm

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Vor ein paar Monaten habe ich schon einmal einen Artikel darüber verfasst, wie man sogenannte MOOCs, also Massive Open Online Courses, zum Sprachenlernen nutzen kann. In letzter Zeit habe ich MOOCs, im Speziellen die Plattform Coursera, noch mehr lieben gelernt und darüber möchte ich euch im heutigen Post ein bisschen mehr erzählen.

Coursera

(c) Coursera (Media Kit)

Es begann eigentlich damit, dass ich regelmäßig den Newsletter von Coursera erhielt, in dem mir Kurse empfohlen wurden. Da waren natürlich immer tolle Sachen dabei, aber ganz ehrlich, ich hatte echt keine Zeit noch einen Kurs irgendwo zu machen. Schließlich bin ich ja perfektionistisch angehaucht und dachte immer gleich, wenn ich mich anmelde, dann muss ich das auch durchziehen.

Ich weiß nicht mehr, wie genau das passiert ist, aber einmal habe ich diesen Newsletter geöffnet und mir plötzlich gedacht: egal, du kannst ja einfach nur ein paar Videos anschauen und wenn du nicht mehr magst, dann lässt du es halt wieder. Bist ja niemandem etwas schuldig. Und dann kam ja noch dazu, dass ich mir viele Gedanken über sogenannte Spaßprojekte machte. Und so habe ich mich einfach für zwei, drei Kurse angemeldet. Das Gute ist, dass es jetzt immer mehr On-Demand-Kurse auf Coursera gibt, das heißt, man kann eigentlich starten, wann man möchte.

Da war es also, mein Coursera-Dashboard gefüllt mit interessanten Kursen. Anfangs habe ich die Videos vor allem beim Bügeln am Desktop-PC angeschaut. Naja, ich bügle jetzt auch nicht so oft und die Kurse waren interessant. Ich wollte mir auch in meiner Freizeit ein paar Videos anschauen, zum Beispiel am Abend oder während ich etwas handarbeite. Und dann habe für mich die Entdeckung des Jahres gemacht: die Coursera App!

Ja, ok, wahrscheinlich gibt es die schon etwas länger, aber ich brauche für gewisse Dinge immer ein bisschen länger und es hat ein bisschen gedauert, bis ich bemerkt habe, dass ich mit der Coursera App die Videos ganz bequem am Tablet anschauen kann. Das hat mein derzeitiges Freizeitverhalten erheblich beeinflusst.

Wenn ich alleine zu Hause bin, schaue ich fast gar nicht mehr fern sondern liege auf der Couch und schaue mir ein Video am Tablet an. Wenn ich Lust habe, kann ich nebenbei meinen kreativen Hobbies nachgehen, aber oft liege ich einfach nur da und schaue zu. Ab und an mache ich mir natürlich auch Notizen. Super! Das ist so, also ob man im Fernsehen ständig qualitativ hochwertiges und für einen persönlich interessantes Programm finden würde. Und wann ist das schon der Fall?

Mittlerweile bin ich schon für verschiedene Kurse angemeldet, ich registriere mich einfach für jeden Kurs, der mich interessiert. Da die meisten On-Demand sind, kann ich mir die Videos auch erst in einem Jahr anschauen. Aber meinem Jäger und Sammler Instinkt kommt das sehr gelegen :)

Wann ich will, wo ich will und vor allem: WIE VIEL ich will

Neben dem absoluten Luxus, gemütlich auf der Couch mit dem Tablet zu lümmeln und hochwertigen Uni-Vorlesungen zu folgen (wer hätte sich das vor fünf Jahren schon gedacht?) muss ich einen ganz wichtigen Vorteil herausstreichen: Ich kann einfach so viel „lernen“ wie ich will. Ich muss ja keinen Kurs abschließen und es geht mir auch nicht darum, ein Zertifikat nach dem anderen zu holen. Ich mag keine Arbeiten oder Videos einreichen, die von anderen bewertet werden. Ich mag auch nicht an Diskussionsforen teilnehmen. Ich bin der klassische passive User, der sich einfach nur die Videos anhören will und gelegentlich mal einen empfohlenen Artikel anschaut.

In einem Update-E-Mail zu einem meiner Kurse wurde etwas geschrieben, dass mich daraus schließen lässt, dass die Mehrheit der Coursera-Studenten meinen Ansatz wählt. In diesem Kurs war man stolz darauf, dass von x-Tausend Studenten x-Hundert bereits den Kurs abschlossen haben. Dabei handelte es sich allerdings um einen On-Demand-Kurs, der also ständig besucht werden kann. Es dürften sich also um ein Vielfaches mehr Hörer anmelden, als Leute den Kurs abschließen. Warum auch nicht? Ich denke auch, die Kursanbieter rechnen mit einer solchen Quote und überhaupt, meiner Meinung nach steht bei einem solchen Bildungskonzept der Abschluss nicht im Vordergrund. Jeder soll daraus ziehen, was er möchte. Ein toller Ansatz!

Für mich, eine Scannerin (vgl. Barbara Sher, Refuse to choose), ist diese Plattform ideal, denn ich kann micht ohne viel Aufwand mit den verschiedensten Themen beschäfigten, sei es Buchhaltung oder Chemie. Und das ganz gemütlich in meiner Freizeit, so dass man Lernen wirklich als Hobby leben kann.

Kurse, die ich besuche / besucht habe

Zu guter Letzt möchte ich euch die Kurse verlinken, die ich derzeit anschaue bzw. die ich kürzlich angeschaut habe, und ein paar Eindrücke festhalten. Vielleicht ist ja auch was für euch dabei.

Learning how to learn

Dieser On-Demand Kurs ist absolut empfehlenswert! Es geht um das Thema effektives Lernen und der Kurs ist toll aufgebaut und um vielseitige und spannende Interviews ergänzt. Ich habe wirklich viel aus diesem Kurs mitgenommen.

https://www.coursera.org/learn/learning-how-to-learn/

Cracking the creativity code – Part 1: Discovering Ideas

Dieser Kurs läuft derzeit noch, ich habe mir bereits die alle Videos angeschaut. Die Videos regen zum Nachdenken an, allerdings finde ich den Kurs nicht ganz so gut strukturiert. Aber zum Nebenher schauen gut geeignet. Zu diesem Kurs soll es noch noch einen 2. Teil geben, in dem es darum gehen wird, Ideen umzusetzen. Denn werde ich mir sicherlich anschauen.

https://www.coursera.org/course/creativity

Droit international et droit comparé: regards croisés

Dieser Kurs ist sehr spezifisch. Es geht um internationales Recht, um die Definition von Staat, um die Rolle der Verfassung etc. Der Kurs ist auf Französisch und es sind auch nur französische Untertitel verfügbar. In typischer Rechtsart ist der Kurs nüchtern und effektlos aufgebaut und er ist sicher nur was für jemanden, den das Thema interessiert. Mich tut es das auf jeden Fall und so schaue ich mir immer wieder ein Video an. Ich weiß noch nicht, ob ich es schaffen kann, alle Videos bis zum Ende (31. August) zu sehen, aber das ist mir dann egal.

https://www.coursera.org/course/droit

Ser más creativos

Dieser On-Demand Kurs ist auf Spanisch und beschäftigt sich auch mit dem Thema Kreativität. Es geht vor allem darum, was unsere Kreativität behindert und wie wir sie fördern können. Die Videos sind kurz und unterhaltsam, der ganze Kurs ist ingesamt sehr fein zum anschauen. Bin aber erst bei der Hälfte. Die Module sind kurz gehalten, ca. 30-40 Minuten. Wer also möchte, könnte sich den Kurs in einem Halbtag oder so geben.

https://www.coursera.org/learn/creatividad/outline

Introduction to Philosophy

Ich wollte immer schon mal ein bisschen etwas über Philosophie lernen und da fand ich diesen On-Demand Kurs ziemlich spannend. Ich habe mir bislang nur sehr wenig angeschaut, ich muss mich doch recht konzentrieren beim Zuhören und darauf habe ich nicht immer Lust. Aber das Feine ist eben, dass ich mir das Tempo selbst einteilen kann. Bin gespannt, was ich in diesem Kurs alles Neues erfahre.

https://www.coursera.org/learn/philosophy/outline

Ansonsten habe ich mich noch für einige andere Kurse „vorsichtshalber“ schon mal angemeldet, damit ich immer, wenn ich die App öffne, spontan entscheiden kann, worauf ich Lust habe. Aber diese Kurse stelle ich euch im Fall erst vor, wenn ich sie ausprobiert habe.

Ihr seid dran!

Besucht ihr irgendwelche Moocs? Wenn ja, was interessiert euch speziell daran? Wenn nein, warum nicht? Freue mich auf eure Kommentare.

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  • http://www.chkonstantinidis.wordpress.com Christine

    Hallo Dani,

    ich habe eben mal bei Coursera gestöbert – danke für diesen großartigen Tipp! – und finde das Angebot fantastisch. Gut, dass mein Unterrichtssemester jetzt langsam zu Ende geht und ich mich daher wieder um mein Lernen kümmern kann. Ich bin mir sicher, auch ich werde künfig häufig mit dem Tablet auf dem Sofa liegen (beim Bügeln bin ich mir da nicht so sicher … ).

    Ich muss mal weiterstöbern, ob es auch spezielle Kurse zum Sprachenlernen gibt, das würde ja gut zu meinem Blog und Buchthema passen. Aber auch andere Kurse in verschiedenen Sprachen sind mir ja hochwillkommen!

    Herzliche Grüße
    Christine

  • Verena

    Hi,

    ich habe Cursera auch etwa vor einem Jahr entdeckt, durch eine Freundin in Spanien.

    Es gibt so viele unglaublich Themen, das man schnell geneigt ist sich für alles einzuschreiben obwohl der Tag gar nicht so viele Stunden hat ! 😀

    Ich habe einen Kurs zu SEO gemacht, der super interessant und informativ war.
    Ich konnte mein Englisch schulen, während ich die Videos gehört habe und die neu erworbenen Kenntnisse für meinen Blog ( http://www.lifeandlanguages.com ) anwenden.

    Das war perfekt & natürlich auch noch umsonst – was will man mehr 😉